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Federn für die Telegabel von Wilbers

silent grey
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Re: Federn für die Telegabel von Wilbers

Beitrag von silent grey » 8. Feb 2018, 09:37

spi hat geschrieben:
8. Feb 2018, 09:32
...Wiege nackig 85Kg...
Hi,

Kampfgewicht zur Bestimmung der Feder bitte immer inkl. kompletter Ausrüstung. Dann kann viel auf die schweren Klamotten geschoben werden :wink:

Gruß, silent

fordprefect
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Re: Federn für die Telegabel von Wilbers

Beitrag von fordprefect » 8. Feb 2018, 09:54

spi hat geschrieben:
8. Feb 2018, 09:32
... War zufrieden. Nach etwa 5 Jahren habe ich dann die StreetBox von Hyperpro gekauft. Neues Federbein und lineare Federn für die Gabel. Ein komplett neues Fahrgefühl...
Nennt man auch den Aha-Effekt. Eine neue (gleiche) Feder, neues Dämpferöl, neue Abstimmung, neue (gleiche) Federbeine hätten vermutlich zunächst ein ähnliches Gefühl erzeugt. Fahrwerk ist eine über Jahren geübte Gewöhnung, da fühlt man eine signifikante Änderung sehr schnell, da gewöhnt man sich auch an die fortlaufende Verschlechterung. Wo wir beim beherrschenden Begriff wären: "Gefühl". Wenn mit einer Fahrwerksänderung noch gleichzeitig neue Reifen dazu kommen, ist das "Gefühl" natürlich ein sehr positives. Wer sich auf seiner Mühle wohlfühlt, egal ob progressiv, degressiv, linear, vercartridged, nackt unter Leder, verwilbert, geöhlint oder mit Starrrahmen, hat doch schon mal 100 Punkte.

Gruß, Fordprefect
10 Jahre sind genug, Danke und :wink+:

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Urs
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Re: Federn für die Telegabel von Wilbers

Beitrag von Urs » 9. Feb 2018, 01:17

silent grey hat geschrieben:
8. Feb 2018, 09:31
Hi,

meinem bescheidenen Verständnis nach zeichnet sich eine progressive zylindrische Schraubenfeder, wie sie als Tragfeder in Teleskopgabeln zu finden ist, aus durch

kontinuierlich unterschiedliche Drahtdurchmesser über ihre Gesamtwirklänge

oder

kontinuierlich unterschiedliche Wicklungsabstände über ihre Gesamtwirklänge

oder

einer Kombination aus beiden

oder

zwei kombinierte Wirklängen gleicher Drahtdurchmesser mit jeweils unterschiedlich angelegten Abständen

Letztgenannte Variante ist wohl genau das, was in aller Regel als progressive Gabelfeder angeboten wird: zwei lineare Bereiche, die sich in ihrer Wirkung ergänzen und somit eine progressive Gesamtkennlinie erzeugen.

Der technisch nicht oder wenig versierte Zweiradeigner sucht sich das preiswerteste Angebot aus dem Angebot des großen Auktionshauses aus und muss dann mit dem leben, was er geliefert bekommt.

Der technisch (zumindest ein wenig) versierte Zweiradeigner wendet sich mit seinem Anliegen an den technischen Support seines favorisierten Anbieters. So bekommt man nach seiner Anfrage bei z.B. Wilbers einen umfassenden Fragenkatalog, den es abzuarbeiten gilt. Das geht vom Fahrergewicht, dem Einsatz mit Gepäck- und/oder Sozius über den favorisierten Fahrstil/Einsatzgebiet bis hin zur Entnahme und Vermessung der Seriengabelfeder des Fahrzeuges.
Daraus entwickelt (in diesem Fall Wilbers) auf Basis der hauseigenen Entwicklungserfahrungen ein entsprechendes Angebot. Ganz nebenbei liegt ein solch maßgeschneidertes Angebot für den jeweiligen Federsatz auf dem gleichen Level einer 08/15 Feder dem wilden Netz.
Was die Sache unterm Strich etwas kostenintensiver ausfallen lässt, ist das empfohlene/angebotene Öl. Welches aber unbedingt angenommen werden sollte, das es mit der Kennlinie der Feder harmoniert.
Wichtig ist im Zusammenhang mit Gabelöl auch zu wissen, dass es für diese Öle keine Normung gibt. Das 10er Wilbers Öl besitzt also nicht zwangsläufig die identische Viskosität des z.B. 10er Castrol Öls.

Knackpunkt einer Standardgabel ist mMn eher das 'billige' Ölventil im inneren Dämpferrohr, also das Gebilde, das Tauch- und Standrohr miteinander verbindet. Die paar pofeligen Querbohrungen für den Öldurchfluss setzen einer guten Abstimmung schnell ein Ende, und eine perfekte Abstimmung ist in ganz weiter Ferne. Kompensieren kann man das mit z.B. RaceTech Gold Valves https://www.google.de/search?dcr=0&sour ... GfIAgwM%3D, die zwischen Gabelfeder und Dämpferkolben des Dämpferrohrs positioniert werden. Nur müssen diese für jede Änderung der Abstimmung wieder entnommen werden, sonst kommt man nicht an die Versteller der Shims ran.

Unterm Strich kann festgehalten werden, das mit auf die eigenen 'Betriebs'daten und Bedürfnisse abgestimmten/angefertigten Nachrüstgabelfedern in Verbindung mit dem empfohlenen, zugehörigen Öl durchaus gut fahren ist.
Besser können es entsprechende abgestimmte Cartridges, weil der technische Aufwand für die Ölführung hochwertiger ist und die Gabel damit erheblich sensibler ansprechen wird.

Wie bei so vielen Dingen gilt auch hier, besser geht immer.

Gruß, silent
Gratuliere, meinem bescheidenem Verständnis nach eine in der Anzahl verwendeter Buchstaben und Zeilen optimal ausgefallene Antwort. :+top:

Ich muss mich nochmals in das Thema einlesen und stolpere im "Rindernett" immer wieder z.B über solches:
https://forum.1000ps.at/forum/forum_gab ... iv_2427409

Als Beispiel meine persönliche Erkenntnis:
1. Habe mir oft ein neues Bike gekauft.
2. Fahrwerkseinstellungen belassen, bis ich den Drang verspürte, was zu optimieren, ohne gleich weiteres Geld liegen zu lassen.
3. WENN ich dann immer noch Verbesserungspotential verspürte, was dann?
4. Ich schreibe RAISCH in der Hoffnung (welche sich dann auch immer erfüllt) von meinem Problem.
Rainer, Yannic, Hendrik oder Christopher gibt mir ne Antwort, welche mich mit wohligsten Gefühlen und Emotionen durchflutet.

Was ich sagen möchte:
Ich verlasse mich - trotz entsprechender Ausbildung - oft voll und ganz auf Raischen's Tipp.
WENN ich Zweifel haben sollte melde ich mich tel. bei den Jungs.
Und spätestens dann treffe ich eine Entscheidung, mit welcher ich noch 1000 Jahre leben könnte.
So einfach is dat.

Hier noch ein weiteres Hick-Hack über richtig-oder-unrichtig und "Du hast recht oder Du hast unrecht" abzuhalten ist sowas von überflüssig.

Es ist mir sowas von egal, welche (selbsterklärte) Fahrwerkspäbste auch immer hier reinschreiben und kritisieren (selbst Ralf Waldmann).

Nur ganz, ganz wenige haben in der Vergangenheit so vieles für die Triumph Retro-Geschichte getan wie RAISCH.
Wenn da nun Neuankömmlinge ihren neuen Senf dazu geben ist das eine Sache.
Aber eine Reputation zu erreichen wie als Beispiel die Raischens:
Eher sehr schwierig.

Und schlussendlich komme ich immer öfters zu der Überzeugung:
Vielleicht war auch ich falsch gewickelt.

In diesem Sinne: Gute Nacht, guten Neustart.

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JörgB
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Re: Federn für die Telegabel von Wilbers

Beitrag von JörgB » 9. Feb 2018, 13:16

Hallo an alle,

ich denke der Rainer und ich haben uns nicht gestritten sondern wir konnten uns maximal nicht voneinander überzeugen, wobei auch das missverständlich ist, da ich die Fähigkeiten der Raisch-Lösung nicht bestreite und nie bestritten habe. Ich lasse mir aber meine Erfahrung aber auch nicht wegreden (warum wohl auch) und ernenne mich deswegen noch lange nicht zum Fahrewerkspabst... (schönen Gruß in die Schweiz)

Ich halte es aber zu 100 % wie fordperfect, jedem nach seiner Fasson, wenn er damit glücklich ist. So will der Eine seine Erfahrungen auf seinen Wegen machen und der andere sucht Hilfe beim Experten. Ich habe lediglich meine Erfahrung, nämlich das holprige unwillige Ansprechen der 5 Monate alten Originalfedern erfolgreich mit den progressiven Federn beseitigt zu haben, kund getan, wie vom TE angefragt.

So ganz am Rande, ich habe auch schon etliches an Geld bei Raisch gelassen und halte viel von denen und deren Kenntnissen. Das wird sich auch nicht dadurch ändern, dass wir in diesem speziellen Fall nicht zum gleichen Ergebnis kommen. Ich bin aber immer auch weit davon entfernt Personenkult zu betreiben und behalte mir vor meine Ansichten zu haben und zu vertreten (noch ein Gruß in die Schweiz).
Für technische Fragen wende ich mich übrigens auch, was in meinem Fall naheliegend ist, an die im Nachbarort werkelnden Bikebrothers (wenngleich die höchst wahrscheinlich von meiner veränderten Gabelfedern nichts wissen, bzw. mir nicht dazu geraten haben können). Hier im Forum gibt es wohl auch die Beiträge von einigen Anderen, wie mopedschraube etc. (ich kann sie beim besten Willen nicht alle nennen). Will sagen, es gibt jede Menge technischen Sachverstand im Land und hier versammelt er sich u.a.

Also im besten Sinne...
Beste Grüße vom Jörg :+top:

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Re: Federn für die Telegabel von Wilbers

Beitrag von DKW Dieter » 28. Mär 2018, 20:24

Rainer schrieb:

"Ja ich weiß, Generation von Motorradfahrern glauben das Märchen von den progressiven Gabelfedern. Der welche sie erfunden hat ist reich geworden. Wenn die so gut wären, warum bauen die Hersteller sie dann nicht direkt ab Werk ein.
Ich kenne keinen einzigen Motorradhersteller der das macht."

Die Modellpflege der Trident 900/ Sprint von`92 zu`93 brachte u.a. progressive Gabelfedern ab Werk mit sich. War für mich kaufentscheidend.

Gruß Dieter

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Re: Federn für die Telegabel von Wilbers

Beitrag von Rainer » 28. Mär 2018, 20:36

Kann ich echt nicht verstehen, weil es echt ein Unsinn ist
Gruß
Rainer

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Re: Federn für die Telegabel von Wilbers

Beitrag von JörgB » 29. Mär 2018, 07:46

dieser Thread aus diesem Forum zum Thema ist auch interessant, mit nachvollziehbaren Erklärungen und der Möglichkeit sich in jeder Hinsicht selbst ein Bild zu machen. Peter Koch hat dort evtl. auch einen Grund genannt warum Hersteller selten progressive Federn verbauen --> wegen der Kosten.

Dort findet sich auch ein Hinweis, dass Wilbers seine Federn weiterentwickelt (hat). Vielleicht ja auch in die Richtung, dass die Progression nicht gleich vom Negativfederweg "aufgefressen" wird, wie es früher ab bestimmten Fahr(er)gewichten offensichtlich der Fall war.

Viel Spass beim Lesen. :idea:
Beste Grüße vom Jörg :+top:

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Re: Federn für die Telegabel von Wilbers

Beitrag von Raginhart » 29. Mär 2018, 14:26

Ich verstehe die Federprogression als eine 'zusätzlich' verbaute Reserve bei komfortablem Einfederverhalten für kritische Fahrsituationen: starkes Bremseintauchen, extremes Einfedern auf Grund tiefer Schlaglöcher etc., im Extremfall mehreres in Kombination.
Die überwiegende 'normale' Federarbeit kann so in dem komfortablen, nicht progressiven Bereich stattfinden.
Nach meiner Kenntnis liegt der größte Vorteil einer linearen Kennung in der besseren Berechnungsmöglichkeit für Einstellarbeiten im Wettbewerbsbereich.
Nach meinem Verständnis muss der Beginn der Progression an einer vernünftigen Stelle stattfinden; wenn der größte Teil des linearen Federwegs bereits über den Negativfederweg 'verbraucht' wird folgt das dieser Logik sicher nicht.
Ansonsten bin ich ein geiziger Grobmotoriker, der immer noch mit den Ori-Federn umherfährt - und Spass damit hat. :roll:

Gruß
raginhart
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Re: Federn für die Telegabel von Wilbers

Beitrag von fordprefect » 29. Mär 2018, 14:43

Hoi Raginhardt, Dein Ansatz klingt interessant. Ich würde Deine Feder aber invers deuten zu der üblicherweise progressiven. Du nutzt den linearen Anteil für den Regelbetrieb und wickelst progressiv enger mit höherer Federrate.
Die üblichen progressiven Feder sind meines Wissens in der linearen Phase härter als in der progressiven und dieser Anteil ist weiter gewickelt. Die professionellen Federnversteher mögen meine laienhaften Gedanken korrigieren.

Gruß, Fordprefect
10 Jahre sind genug, Danke und :wink+:

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Re: Federn für die Telegabel von Wilbers

Beitrag von Alser » 29. Mär 2018, 15:24

Moinsen,

ich gehöre mit meiner Bonnie AC 2004 zwar nicht zur T120-Familie, möchte aber gerne auch für Verwirrungen sorgen :mrgreen: !

Generelle Aussagen, wie die Progressiven haben auf der Renne nix zu suchen, Lineare sind berechenbarer, sind wohl anerkannter Konsens. Glückwunsch an alle Kringelfahrer, das Suchen hat ein Ende.

Für alle anderen bleiben zu viele Variablen übrig, um verlässliche Aussagen treffen zu können. Fahrergewicht, Federkennung, Entwicklungsstand der Feder, Ölstand, Viskosität, Eigendämpfung der Lieblingsreifen, Luftdruck, Umgebungstemperatur und dann noch so individuelle Faktoren wie, Fahrstil, spezielle Vorlieben, ... und vielleicht spielt am Ende sogar noch die Konfession eine Rolle.

Ich habe für mich entschieden, ich teste das jetzt selbernst! Wenn ich Sommer zu meinem Freund Kapitän Ahab in den südlichen Schwarzwald zur jährlichen gemeinsamen Tour fahre, werden wir nicht nur die Mopeds tauschen, sondern auch einfach mal die Federn! Muss ihn nur noch dazu überreden :wink: .
Der Käptn fährt die linearen Öhlins, ich die progressiven Wilbers. Ich habe mich dafür entschieden, weil der Käptn mit seinen Öhlins unglücklich ist. Nun, der wiegt aber auch deutlich weniger als ich. Wer weiß, am Ende tauschen wir und beide sind dann glücklich?

Ich bin jetzt schon gespannt auf das Ergebnis uns weiß aber jetzt schon, das man es nicht automatisch auf andere Fahrer übertragen können wird... :+x+:

Gruß, Alser

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Re: Federn für die Telegabel von Wilbers

Beitrag von Rainer » 29. Mär 2018, 17:18

Wie Fordie schon schrieb sind die progressiven Federn so gewickelt, dass sie auf ca 10 cm eng gewickelt sind. Das ist der weichere Teil, und davon geht ein Teil dann gleich wieder durch negativen Federweg verloren. Also ist es ein Unsinn weil Federweg verschenkt wird.
Lineare Federn haben auch nichts mit Rennsport zu tun
Gruß
Rainer

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