Ventile einstellen

Bonneville / Amerika / Thruxton / Scrambler
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Altoil
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Re: Ventile einstellen

Beitrag von Altoil » 6. Feb 2019, 14:04

Benjamin Bonneville hat geschrieben:
6. Feb 2019, 09:43
Die Ventilschäfte werden doch durch Wärmeausdehnung länger, wodurch der Teller bei zu wenig Spiel seine Wärme nicht mehr an den Sitz los wird - und irgendwann verbrennt. Hab' ich da was verpasst?
mopedschraube hat geschrieben:
5. Feb 2019, 19:22
Bei zickigen Motoren würden die Ventilteller verbrennen.
Knieschluss ? Wieso Knieschluss ? Ich fahr` Hanging off !!

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stoffl
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Re: Ventile einstellen

Beitrag von stoffl » 7. Feb 2019, 16:57

Benjamin Bonneville hat geschrieben:
6. Feb 2019, 09:43
mopedschraube hat geschrieben:
5. Feb 2019, 19:22
...Das Spiel ist kalt immer kleiner. Im Extremfall wäre es negativ, sprich die Ventile permanent offen....
Oups...? Jetzt bringst Du aber alles, was ich die letzten 30 Jahre darüber gelernt hab', durcheinander :shock:

Die Ventilschäfte werden doch durch Wärmeausdehnung länger, wodurch der Teller bei zu wenig Spiel seine Wärme nicht mehr an den Sitz los wird - und irgendwann verbrennt. Hab' ich da was verpasst? :-?

Carsten
Da möchte ich auch nachfragen. :-?
Alle Tassenstößel-Motoren, die ich kannte , haben sich so wie von Benjamin (Carsten) beschrieben verhalten. Wenn sie kalt tickerten und warm wieder leise liefen, wusste ich, dass es Zeit zum checken und reduzieren des Ventilspieles war. Gibt es spezielle Gründe, weshalb sich der Triumph-Zylkopf anders herum verhält? Könnte ich mir eigentlich nur bei extrem langen Ventilschäften vorstellen, weil dann die Alu-Wärmedehnung des eher lauwarmen Zylkopfes doch größer wäre als die Stahl-Wärmedehnung des verdammt heißen Ventilschaftes. Vielleicht habe ich da auch was verpasst?? :s-):
Grüßle Christoph
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Altoil
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Re: Ventile einstellen

Beitrag von Altoil » 8. Feb 2019, 09:06

Da hat er sich wohl verschrieben, natürlich ist das Spiel bei kaltem Motor größer, es ist ja extra dafür da, die Wärmeausdehnung auszugleichen...
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Re: Ventile einstellen

Beitrag von mopedschraube » 11. Feb 2019, 21:58

Nee, nicht verschrieben...

Also grundsätzlich nur zu Motoren (wie die AC-Twins) mit direkt angesteuerten Ventilen.

Zuerst! wird das Spiel kleiner:
Motor starten. Ventile werden warm, und dehnen sich aus. -> Das Spiel nach oben zum Grundkreis der Nocke wird kleiner. - Soweit so gut. (Der Grund, warum man überhaupt Spiel braucht.)

Irgendwann ist aber auch der Kopf komplett durch gewärmt. In dem das Ventil sitzt und oben auf die Nocke (Grundkreis)
Alu (Der Kopf) dehnt sich unter Wärme ca. drei mal so stark aus wie Stahl (Ventil). Dadurch wird die Nockenwelle (Grundkreis) vom Kopf mehr angehoben, als das Ventil durch die Wärme in der länge wächst. -> Das Ventilspiel ist bei betriebswarmen Motor größer als kalt.

Konkret bei den AC´s:
"Kalt" klappert es ein wenig. (Eher unregelmässig: Das Spiel zwischen Schaft und Führung ist noch recht groß.)
Wärend der Warmlaufphase wird das Klappern geringer. (Die Ventile erwärmen sich schneller als der massive Kopf.)
Komplett durch gewärmt wird das Klappern tu einem Tickern: Die Ventile "tanzen" nicht mehr unregelmäßig in ihren Schäften. Dafür das Tickern: Das regelmässige Geräusch, wenn die Nocke auf das Ventilende (Da zwischen ein paar Teile...) trifft.

Praxis: Das Ventilspiel erhöht sich Auslassseitig um ca. 0,1-0,2mm Einlassseitig um 0,2-0,3mm Warm gegenüber kalt. (Je nach dem ob "Bummelfee" oder "Heizer" unterwegs ist.)
Deswegen auch mein empfohlenes niedrigeres Spiel beim einstellen:

Damit kommt man warm noch so gerade eben auf die Anlauframpe (Höhe 0,3mm) der Nocke E/A. Wärend eben der Warmlaufphase geht das Spiel aber nicht auf unter Null.

...Selber gehöre ich ja zu der Kategorie "Bummelfee" und! "Heizer"... Im Alltag klapperte meine AC nie. - Auf dem Kringel machte sich aber das ein oder andere Ventil bemerkbar. (Tickern halt, wenn wo richtig wirklich in echt warm.) - Ich muß zugeben! - Gemessen hab ich nie, welche es wahren. (Keine Zeit auf dem Kringel den Ventildeckel runter zu schr.... :oops: )
...Was das betrifft bin ich mit meinen Angaben ergo noch recht hoch mit dem Ventilspiel. (Da wäre noch was gegangen!!! - So Richtung E:0,10mm A:0,20mm in kalt gemessen.)
Ein Mopped ist und bleibt eine Dauerbaustelle...
...und "Adam" ist ein Ars.....h!....

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Re: Ventile einstellen

Beitrag von Altoil » 12. Feb 2019, 12:03

VIELEN DANK !!!
Für die tolle Erklärung.
Wenn ich also richtig gelesen habe, dann gilt : Ventilspiel ändert sich ab Motorstart so: erst "groß", dann "klein", dann wieder "groß".


Bis bald und :+mc:
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Re: Ventile einstellen

Beitrag von mopedschraube » 15. Feb 2019, 21:48

Altoil hat geschrieben:
12. Feb 2019, 12:03
VIELEN DANK !!!
Für die tolle Erklärung.
Wenn ich also richtig gelesen habe, dann gilt : Ventilspiel ändert sich ab Motorstart so: erst "groß", dann "klein", dann wieder "groß".


Bis bald und :+mc:
Ja, aber nur!!! bei Ventieltrieben, wo die Nocke direkt auf das Ventil drückt. (Shims und Tassen sind logo immer noch dazwischen. - Aber eben alles "Gestapelt" als Verlängerung des Ventilschaftes.) - Wie bei den AC´s eben.

Kommen Kipphebel (Stößel, unten liegende Nocken, etc.) mit in´s Spiel kann, die Nummer ganz anders aussehen. - Je nach Form und Anordnung der Hebel.
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