Klack-Fred,der 583.,oder Lesestoff für lange,dunkle Abende
Verfasst: Sonntag 29. Oktober 2017, 17:33
Allen, die jetzt denken : "Och nö, nicht schon wieder so'n armer Kerl, der Hilfe braucht und
nicht die Suchfunktion benutzen will" sei gesagt: Das Problem ist dank mopedschraube's Hilfe gelöst.
@ mopedschraube : Vielen Dank nochmal auch auf diesem Weg !
Andreas bat mich die Fehlersuche zu posten.
Ausgangssituation:
Bonnie T 100 Bj. 11; 27000 km springt mal an, mal nicht. Im Laufe der Zeit sprang sprang sie immer
seltener an, zum Schluss gar nicht mehr.
Den 6 Jahre alten Bleiakku habe ich, nach Messen seiner Spannung und Ermittlung der eingeladenen
Kapazität (Computerladegerät aus dem Modellbau), gegen einen Li Ion-Akku getauscht.
Hierbei lohnt ein Blick auf die Pole des Akku. Sind sie wirklich fest ? Anziehen mit einem Schraubendreher
reicht nicht. Auf jeden Fall einen Schraubenschlüssel verwenden !
Das Problem blieb.
Nach Urs' "Diagnose im Ladestromkreis" im Fred "Batterie, Regler, Lima, sonstwas kaputt ?" habe ich
die erforderlichen Messungen durchgeführt, u. a. die Messung der ungeregelten Spannung,
also dass was direkt aus der Lima kommt.
Der Stecker für die Lichtmaschine (Lima) sitzt in Fahrtrichtung rechts hinter dem Tank unter dem
oberen Rahmenrohr. Die innenliegenden Befestigungsschrauben des Luftfilterkastens lösen, Kasten ein
wenig verschieben und der Stecker mit 3 gelben Kontakten kommt zum Vorschein.
Messgerät auf Wechselspannung stellen, zu erwarten sind hier ca. 70 V~.
Die Prüfspitzen nacheinander an die Kontakte 1 und 2 ; 2 und 3 und an 1 und 3 halten.
Alle Werte müssen ungefähr gleich sein. Nennenswerte Unterschiede deuten auf eine defekte Wicklung
des Stators hin. Bevor die ersten von Euch wegen meiner langatmigen Schreiberei einschlafen geht's jetzt,
so weit möglich, in Kurzform weiter.
Ergebnis bei mir : Lima i.O. , Regler n.i.O. ORI-Regler gegen Mosfetregler getauscht. Das Problem blieb.
Anlasserrelais gemessen. Hinter dem linken Seitendeckel das runde, mit zwei dicken und zwei dünnen
Kabeln (mit Flachsteckkontakten) dran. Dabei einen der beiden Flachstecker abziehen, Multimeter auf
Gleichspannung stellen, Prüfspitzen an die Flachsteckkontakte halten und Startknopf drücken.
Bei mir lagen 12,7 V= an.
Dann ein Kabel von Akku Plus zum Pluskontakt des Anlasserrelais gelegt. Hintergrund : Damit hat man alles
überbrückt was zum Starten vor dem Anlasser verbaut ist.
Springt sie an : Liegt das Problem in der Ansteuerung des Anlasserrelais.
Sie sprang an, also wieder Kabel-Brücken legen.
Dieses Mal zum Wechselrelais, das ist das hintere in Fahrtrichtung der beiden würfelförmigen Relais.
[ externes Bild ]
Anschlüsse 85 und 86 sind quasi der Startknopf. Die konnte ich ausschließen, da am Anlasserrelais Spannung ankam.
Kabel von Akku Plus auf Anschluss 30 und wieder starten wie gewohnt.
Springt sie an : Problem zwischen Eingang Sicherungskasten - Sicherung Licht -Ausgang Sicherungskasten - Anschluss 30
Kabel von Akku Plus auf Anschluss 87. Reihenfolge beachten : Kabel legen, Leerlauf einlegen, Zündung an (Der Anlasser dreht sofort!)
Springt sie nicht an : Kabelbruch in dem Kabel von 87 zum Anlasserrelais.
Springt sie an : Sind wahrscheinlich die Kontakte zwischen 30 und 87 im Wechselrelais oxidiert. Dann fällt dort der Großteil der Spannung ab.
Hurra, sie sprang an, Wechselrelais getauscht (gibt's im Kfz-Zubehörhandel für ca. 9 €) Und endlich wieder das
im Gesicht.
Nachtrag : Bei jeder Fehlersuche im Bereich Elektrik zuerst alle Sicherungen kontrollieren und möglichst alle in Frage kommenden Steckverbindungen.
Die "Klassiker" Kupplungs- und Seitenständerschalter habe ich außen vor gelassen, sie wurden in anderen Freds sehr gut abgehandelt.
Lithium- Akkus : Nicht voll geladen lagern !Grober Richtwert : Die Spannung sollte nicht wesentlich höher als Nennspannung sein. Beispiel : Li Polymer-Akku mit 3 Zellen : Nennspannung 11,1 V ; Ladeschlussspannung 12,3-12,6 V
Und als Zugabe noch die kleine Wartung des Anlassermotors. Aus-und Einbau sind im Reparaturbuch Haynes auf Seite 191 gut beschrieben.
Nach Zerlegen Kollektorlamellen inspizieren. Die können dunkel verfärbt sein und Riefen haben.
Beides lässt sich mit ca. 1000er Schleifpapier entfernen.
Eigentlich wollte ich gar keinen "Klack-Fred" schreiben ...
Aber ich hoffe, denjenigen, die nicht allzu große Scheu vor Messungen an der Elektrik haben, helfen zu können.
Gruß, Jens
nicht die Suchfunktion benutzen will" sei gesagt: Das Problem ist dank mopedschraube's Hilfe gelöst.
@ mopedschraube : Vielen Dank nochmal auch auf diesem Weg !
Andreas bat mich die Fehlersuche zu posten.
Ausgangssituation:
Bonnie T 100 Bj. 11; 27000 km springt mal an, mal nicht. Im Laufe der Zeit sprang sprang sie immer
seltener an, zum Schluss gar nicht mehr.
Den 6 Jahre alten Bleiakku habe ich, nach Messen seiner Spannung und Ermittlung der eingeladenen
Kapazität (Computerladegerät aus dem Modellbau), gegen einen Li Ion-Akku getauscht.
Hierbei lohnt ein Blick auf die Pole des Akku. Sind sie wirklich fest ? Anziehen mit einem Schraubendreher
reicht nicht. Auf jeden Fall einen Schraubenschlüssel verwenden !
Das Problem blieb.
Nach Urs' "Diagnose im Ladestromkreis" im Fred "Batterie, Regler, Lima, sonstwas kaputt ?" habe ich
die erforderlichen Messungen durchgeführt, u. a. die Messung der ungeregelten Spannung,
also dass was direkt aus der Lima kommt.
Der Stecker für die Lichtmaschine (Lima) sitzt in Fahrtrichtung rechts hinter dem Tank unter dem
oberen Rahmenrohr. Die innenliegenden Befestigungsschrauben des Luftfilterkastens lösen, Kasten ein
wenig verschieben und der Stecker mit 3 gelben Kontakten kommt zum Vorschein.
Messgerät auf Wechselspannung stellen, zu erwarten sind hier ca. 70 V~.
Die Prüfspitzen nacheinander an die Kontakte 1 und 2 ; 2 und 3 und an 1 und 3 halten.
Alle Werte müssen ungefähr gleich sein. Nennenswerte Unterschiede deuten auf eine defekte Wicklung
des Stators hin. Bevor die ersten von Euch wegen meiner langatmigen Schreiberei einschlafen geht's jetzt,
so weit möglich, in Kurzform weiter.
Ergebnis bei mir : Lima i.O. , Regler n.i.O. ORI-Regler gegen Mosfetregler getauscht. Das Problem blieb.
Anlasserrelais gemessen. Hinter dem linken Seitendeckel das runde, mit zwei dicken und zwei dünnen
Kabeln (mit Flachsteckkontakten) dran. Dabei einen der beiden Flachstecker abziehen, Multimeter auf
Gleichspannung stellen, Prüfspitzen an die Flachsteckkontakte halten und Startknopf drücken.
Bei mir lagen 12,7 V= an.
Dann ein Kabel von Akku Plus zum Pluskontakt des Anlasserrelais gelegt. Hintergrund : Damit hat man alles
überbrückt was zum Starten vor dem Anlasser verbaut ist.
Springt sie an : Liegt das Problem in der Ansteuerung des Anlasserrelais.
Sie sprang an, also wieder Kabel-Brücken legen.
Dieses Mal zum Wechselrelais, das ist das hintere in Fahrtrichtung der beiden würfelförmigen Relais.
[ externes Bild ]
Anschlüsse 85 und 86 sind quasi der Startknopf. Die konnte ich ausschließen, da am Anlasserrelais Spannung ankam.
Kabel von Akku Plus auf Anschluss 30 und wieder starten wie gewohnt.
Springt sie an : Problem zwischen Eingang Sicherungskasten - Sicherung Licht -Ausgang Sicherungskasten - Anschluss 30
Kabel von Akku Plus auf Anschluss 87. Reihenfolge beachten : Kabel legen, Leerlauf einlegen, Zündung an (Der Anlasser dreht sofort!)
Springt sie nicht an : Kabelbruch in dem Kabel von 87 zum Anlasserrelais.
Springt sie an : Sind wahrscheinlich die Kontakte zwischen 30 und 87 im Wechselrelais oxidiert. Dann fällt dort der Großteil der Spannung ab.
Hurra, sie sprang an, Wechselrelais getauscht (gibt's im Kfz-Zubehörhandel für ca. 9 €) Und endlich wieder das
Nachtrag : Bei jeder Fehlersuche im Bereich Elektrik zuerst alle Sicherungen kontrollieren und möglichst alle in Frage kommenden Steckverbindungen.
Die "Klassiker" Kupplungs- und Seitenständerschalter habe ich außen vor gelassen, sie wurden in anderen Freds sehr gut abgehandelt.
Lithium- Akkus : Nicht voll geladen lagern !Grober Richtwert : Die Spannung sollte nicht wesentlich höher als Nennspannung sein. Beispiel : Li Polymer-Akku mit 3 Zellen : Nennspannung 11,1 V ; Ladeschlussspannung 12,3-12,6 V
Und als Zugabe noch die kleine Wartung des Anlassermotors. Aus-und Einbau sind im Reparaturbuch Haynes auf Seite 191 gut beschrieben.
Nach Zerlegen Kollektorlamellen inspizieren. Die können dunkel verfärbt sein und Riefen haben.
Beides lässt sich mit ca. 1000er Schleifpapier entfernen.
Eigentlich wollte ich gar keinen "Klack-Fred" schreiben ...
Aber ich hoffe, denjenigen, die nicht allzu große Scheu vor Messungen an der Elektrik haben, helfen zu können.
Gruß, Jens